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WEEKLY AI UPDATE – KW29: Launch von OpenAI Super-App ‘Work’ und EU AI Act Kennzeichnungspflicht ab 2. August

Liebe Leserinnen und Leser,

herzlich willkommen zu dieser Ausgabe des WEEKLY AI UPDATE für die KW29.

Diese Woche wurden die AI-Nachrichten von LLM-Herstellern wie OpenAI maßgeblich geprägt: Die Modellfamilie GPT-5.6 ist nun für die Öffentlichkeit verfügbar, zusammen mit der neuen Super-App ChatGPT ‘Work’, mit der OpenAI erstmals alle Produkte bündelt. Ein deutscher Forschungsverbund aus Universitäten zeigt mit SOOFI S, dass leistungsfähige Open-Source-Modelle auch in Europa entstehen können. Zugleich rückt mit der ab dem 2. August geltenden AI-Content-Kennzeichnungspflicht des EU AI Act ein konkreter Stichtag näher. Drei Entwicklungen, ein gemeinsamer Nenner: KI kommt im Arbeitsalltag an.

Lesen Sie im Folgenden, welche Entwicklungen diese Woche besonders relevant sind – und was sie konkret für Unternehmen bedeuten.

OpenAI gleich mehrfach mit News diese Woche vertreten: GPT-5.6 jetzt verfügbar und ChatGPT Super-App ‘Work’ bündelt ab sofort Dienste

OpenAI hat seine neue Modellfamilie GPT-5.6 – bestehend aus den Varianten Sol, Terra und Luna – jetzt öffentlich zugänglich gemacht. Vorausgegangen war eine Prüfung durch die US-Regierung. Mit der Veröffentlichung gelten zugleich höhere Preise und schärfere Regeln, darunter eine Passkey-Pflicht. Bereits in KW27 hatten wir über die Ankündigung von GPT-5.6 berichtet; diese Woche folgt nun der breite Rollout inklusive der konkreten Konditionen [t3n].

OpenAI bündelt mit der neuen Super-App ChatGPT ‘Work’ die Fähigkeiten von ChatGPT, Codex und GPT-5.6 in einer einzigen Desktop-Anwendung. Eine einzelne Anfrage soll künftig app- und geräteübergreifend ganze Arbeitsabläufe anstoßen, statt einzelne Tools getrennt zu bedienen. OpenAI positioniert das Angebot damit als „Super-App“ für die tägliche Arbeit [t3n].

Weitere OpenAI-Meldungen der Woche im Überblick:

  • Führungswechsel an der Spitze: Fidji Simo, die Nummer 2 bei OpenAI, tritt nach längerer Krankschreibung zurück; mitten im Anlauf zum Börsengang. [TechCrunch]
  • Regierungsbeteiligung im Gespräch: Sam Altman soll der US-Regierung einen Fünf-Prozent-Anteil (bei einer Bewertung von rund 852 Mrd. $) angeboten haben, um politischen Druck vor einem möglichen IPO zu mildern. [Forbes]
  • Browser wird eingestellt: OpenAI stellt seinen Desktop-Browser ChatGPT Atlas zum 9. August ein. [Caschys Blog]
  • Mathe-Coup (allerdings noch unbestätigt): GPT-5.6 Sol Ultra hat einen Beweis für die 50 Jahre alte Cycle-Double-Cover-Vermutung vorgelegt – unabhängig geprüft ist dieser bislang nicht. [Dr. Web]
  • Risiko bei Aufgaben mit GPT-5.6 Sol: Bei mehreren Entwicklern löschte GPT-5.6 Sol ungewollt Daten, in einem Fall eine komplette Produktionsdatenbank; OpenAI warnt in der eigenen Dokumentation, dass das Modell rücksichtslos handeln könne, wenn Aktionen nicht ausdrücklich verboten sind. [t3n]

EU AI Act: Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte greift ab 2. August

Ab dem 2. August greifen die Transparenzpflichten nach Artikel 50 des EU AI Act. Wer KI-generierte Inhalte über digitale Kanäle verbreitet, muss diese künftig als solche kennzeichnen. Betroffen sind insbesondere Texte, Bilder, Audio und Video, die mit generativer KI erstellt oder wesentlich bearbeitet wurden [t3n].

Für Unternehmen mit generativer KI in Marketing, Kommunikation und Content entsteht damit konkreter Anpassungsbedarf für bestehende Prozesse. Relevant wird das vor allem dort, wo KI-Inhalte bereits regelmäßig und in größerem Umfang veröffentlicht werden – Unternehmen sollten daher prüfen, welche Kanäle und Workflows betroffen sind und wie eine Kennzeichnung praktikabel umgesetzt werden kann.

Deutscher Forschungsverbund stellt Open-Source-Modell SOOFI S vor

Im Forschungsprojekt SOOFI (Sovereign Open Source Foundation Models) haben sechs deutsche Forschungseinrichtungen mit SOOFI S ein erstes leistungsfähiges Open-Source-Sprachmodell vorgestellt. Beteiligt sind unter anderem das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS, das DFKI sowie die Universitäten Würzburg und Hannover und die TU Darmstadt [Linux-Magazin].

Das Projekt reiht sich in die anhaltende Debatte um europäische KI-Souveränität ein, die auch in den vergangenen Wochen präsent war. Für Unternehmen sind offene, in Europa entwickelte Modelle vor allem dort interessant, wo Datenhoheit, Nachvollziehbarkeit und Unabhängigkeit von einzelnen US-Anbietern eine Rolle spielen.

AI in der Unternehmenspraxis

  • 40% der deutschen Unternehmen nutzen KI: Laut IW Consult nutzen inzwischen 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland KI-Technologien (+118% seit 2024); über 120 Mrd. Euro Umsatz entstehen bereits durch KI-gestützte Produktinnovationen. [eco]
  • Mittelstand: Nutzung ja, Integration selten: 76 Prozent der deutschen Mittelständler nutzen KI produktiv, aber nur 26 Prozent haben sie in ihre Kernprozesse integriert. [Dr. Web]
  • Claude Artifacts wird zum Team-Tool: Anthropic ergänzt Claude Artifacts um eine Multiuser-Funktion für die gemeinsame Bearbeitung von Dashboards und Dokumenten, Public Sharing per Link sowie die Möglichkeit, Artifacts direkt aus Slack-Diskussionen zu erstellen. [t3n]
  • In-App-Browser für Claude Code: Die Desktop-App von Claude Code erhält einen integrierten Browser, mit dem Claude Code selbstständig im Web recherchieren und mit Websites interagieren kann. [IT Magazine]
  • MOIA startet autonome Busse in Hamburg: Der VW-Mobilitätsdienst nimmt autonome Busse vorerst noch mit Sicherheitsfahrer an Bord in Betrieb. [t3n]
  • Fraunhofer eröffnet drei Robotik-Labs: Das Fraunhofer IOSB hat drei Humanoid Robots Experience Labs in Karlsruhe, Lemgo und Ilmenau eröffnet. [Trending Topics]
  • Die große KI-Wiedereinstellung beginnt: Rund die Hälfte der Firmen, die Mitarbeiter durch KI ersetzt haben, stellt inzwischen wieder Personal ein, da Automatisierung ohne menschliche Expertise an ihre Grenzen stößt. [Fast Company]

AI Strategie & Marktbewegungen

  • Schwarz Digits will europäischer Hyperscaler werden: Unter dem neuen Alleinchef Christian Müller strebt Schwarz Digits den Aufstieg zur europäischen Alternative zu AWS und Azure an. [Manager Magazin]
  • TSMC meldet Rekord-Quartalsumsatz: 40,2 Mrd. US-Dollar-Umsatz (+33,7 Prozent gegenüber Vorjahr) bei 67,7% Bruttomarge; High-Performance-Computing und KI machen inzwischen 66% des Umsatzes aus. [TSMC IR]
  • Intel investiert 5 Mrd. Euro in KI-Standort Irland: Der Ausbau der Fabrik im irischen Leixlip für Intel-3-Wafer soll bis Ende 2027 laufen und mehrere hundert Jobs schaffen. [Manager Magazin]
  • Chinesische Open-Weight-Modelle gewinnen Marktanteile: Laut Vercel und OpenRouter machen sie bereits 29% aller verarbeiteten Tokens aus, angeführt von DeepSeek (22,6%); kostenseitig dominieren jedoch immer noch die US-Frontier-Labore mit rund 95% aller Token-Kosten. [Trending Topics]
  • SoftBank-Chef Son beziffert den KI-Infrastrukturbedarf auf 5 Bio. $ pro Jahr: CEO Masayoshi Son sieht den globalen jährlichen Bedarf für KI-Infrastruktur bei 5 Billionen US-Dollar. [Fortune]
  • Meta stellt Muse Spark 1.1 zu Kampfpreisen vor: Das multimodale Reasoning-Modell für autonome Agenten liegt in Benchmarks auf dem Niveau von GPT-5.5 und Claude Opus 4.8, bei deutlich niedrigeren Tokenpreisen und einer OpenAI-kompatiblen API. [OnlineMarketing.de]
  • Anthropic verlängert kostenlose Nutzung von Fable-5 bis zum 19. Juli: Der Schritt gilt als Reaktion auf OpenAIs GPT-5.6 und ChatGPT ‘Work’. [Trending Topics]
  • OpenClaw (AI Agent) Foundation startet: Das Open-Source-Projekt startet als unabhängige Non-Profit-Organisation mit OpenAI, Microsoft, NVIDIA und Tencent als Gründungssponsoren. [Trending Topics]
  • Vint Cerf arbeitet an Standard zur Identifizierung von KI-Agenten: Der TCP/IP-Miterfinder entwickelt einen Standard, der KI-Agenten im offenen Internet identifizierbar machen soll. [TechCrunch]
  • Bonsai 27B läuft komprimiert auf dem iPhone: Das US-Startup PrismML komprimierte ein 27-Mrd.-Parameter-Modell von 54 auf 3,9 Gigabyte; es läuft lokal auf einem iPhone 17 Pro und erreicht dabei 94,6% der ursprünglichen Leistung. [Dr. Web]
  • EU startet Ausschreibung für KI-Gigafabriken: Im Rahmen des Digitalpakets soll die europäische Rechenzentrumskapazität für KI verdreifacht werden. [borncity]
  • Mistral investiert 4 Mrd. Euro in eigene Rechenzentren: Der französische Anbieter baut Kapazitäten in Frankreich und Schweden auf und lehnt Übernahmeangebote ab, um europäische Souveränität zu sichern. [business-punk]
  • Anthropic-Forschung zeigt überraschende interne Abläufe in Claude: Mit einer neuen Technik entdecken Forscher teils unerwartete Vorgänge im Modell. [t3n]
  • Südkorea startet kostenloses KI-Agenten-Programm für alle Bürger: Das staatliche Projekt „AI for Everyone“ bietet kostenlosen Chatbot-Zugang und ab 2027 personalisierte KI-Agenten für öffentliche Dienste. [UPI]
  • Tencent will bei KI-Agenten-Startup Manus einsteigen: Nachdem chinesische Behörden Metas Übernahme rückgängig machten, verhandelt Tencent über einen Einstieg bei der ursprünglichen Bewertung von 2 Mrd. US-Dollar. [Agents AI]
  • Instagram: KI-Übersetzungen für Reels jetzt auch auf Deutsch. [OnlineMarketing.de]

Regulierung, Sicherheit & Governance

  • Apple verklagt OpenAI wegen Geschäftsgeheimnissen: Im Zentrum steht der ehemalige Apple-Hardware-Chef Tang Tan; OpenAI weist die Vorwürfe zurück. [Manager Magazin]
  • BIZ warnt vor schuldenfinanzierter KI-Blase: Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich kritisiert, dass die gigantischen Investitionen der Tech-Konzerne in KI-Infrastruktur zunehmend über Schulden finanziert werden. [Bloomberg]
  • Europarat legt Datenschutz-Leitlinien für LLMs vor: Der Entwurf vom 10. Juli orientiert sich an DSGVO-Grundprinzipien und gilt auch für Nicht-EU-Staaten wie die Schweiz. [datenschutzticker.de]
  • Hassabis fordert internationales KI-Kontrollgremium: Der DeepMind-Chef Hassabis verlangt eine US-geführte Prüfung der leistungsfähigsten Modelle vor Veröffentlichung – zunächst freiwillig, später verpflichtend. [t3n]
  • Meta deaktiviert KI-Bildgenerator „Muse Image“: Wenige Tage nach dem Start zog Meta die Funktion zurück, nachdem bekannt wurde, dass öffentliche Profile ohne Zustimmung für die Bildgenerierung freigegeben waren. [t3n]
  • Hacker deckt mutmaßliches YouTube-Scraping bei Suno auf: Laut 404 Media soll Quellcode zeigen, dass Suno Audio von YouTube Music, Deezer und weiteren Quellen fürs KI-Training sammelte; auch Nutzerdaten waren betroffen. [TechCrunch]
  • Schatten-KI bleibt blinder Fleck in der IT-Sicherheit: Fast die Hälfte der Unternehmen hat nur teilweisen Einblick in die Nutzung inoffizieller KI-Tools durch Mitarbeiter; in Deutschland werden die Risiken oft unterschätzt. [B2B Cyber Security]
  • KI-Brillen: Meta erwägt Gesichtserkennung: Technikchef Andrew Bosworth gibt erste Einblicke, wie eine solche Funktion aussehen könnte – noch in der Konzeptphase. [heise online]

Damit endet unser WEEKLY AI UPDATE für die KW29.

Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins Wochenende und freuen uns, Sie nächste Woche wieder mit relevanten AI-News für Unternehmen zu versorgen.

Bis nächste Woche
Ihr Team der AI.GROUP